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Sportiv_Sonderausgabe_2016

sportiv _ 8 Sie waren ganz souverän und sie wurden verdient Meister der Landesliga 2: Die Mannschaft des SC Neheim. Meisterschaften kann man nicht voraussagen, aber die Voraussetzungen dafür schaffen. Das taten sie in Neheim vor der letzten Saison akribisch, überließen dabei nichts dem Zufall, allen voran Trainer Alex Bruchhage. Sportiv: Was bedeutet es dem Trainer Alex Bruchhage, mit dem Aufstieg in die Westfalenliga, nun der ranghöchste Verein im HSK zu sein? Alex Bruchhage: Ich glaube, dass es vor allem eine Bestätigung für die gute Arbeit des SC Neheim darstellt. Der ranghöchste Verein bedeutet vor allem eins, eine erfolgreiche kontinuierliche Vereinsarbeit, sowohl im Jugend- wie im Seniorenbereich über einen längeren Zeitraum. Aus dem Kader des letztjährigen Meisterteams haben ¾ der Spieler bereits in der Jugend das Trikot des SC getragen, 50 % des Kaders sind in den letzten drei Jahren aus der eigenen Jugend in den Seniorenbereich gewechselt. Alles Fakten die zeigen, dass man hier erfolgreich auf einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess gesetzt hat. Und zu diesem Prozess hat die Mannschaft und das Trainerteam im letzten Jahr bzw. in den letzten Jahren ihren Teil beigetragen. Daher können auf den Umstand des ranghöchsten Vereins alle Beteiligten stolz sein, nun arbeiten wir gemeinsam weiter daran, dass dieser Umstand bestehen bleibt. Sportiv: Souverän wurde Ihre Mannschaft Meister der Landesliga, dennoch hielten Sie es für nötig, den Kader zu verstärken. Nach welchen Kriterien wurden die Neuen ausgewählt und letztendlich verpflichtet? A.B.: Zuerst einmal war es uns wichtig, auch nach dem Aufstieg, unsere Philosophie in der Kaderzusammenstellung aufrecht zu erhalten, die bedeutet, nach Möglichkeit den Einbau der eigenen Nachwuchsspieler und dazu eine punktuelle Verstärkung des Kaders mit externen Spielern. Bei den Veränderungen im Kader haben wir gezielt auf Defizite bzw. Auffälligkeiten der Vorsaison oder auf Abgänge reagiert. Neben den fußballerischen Fähigkeiten ist ein entscheidender Punkt, dass die neuen Spieler auch menschlich zu dieser Mannschaft passen. Wir sind als Mannschaft, als funktionierendes Kollektiv aufgestiegen, genau diesen Weg wollen und werden wir fortsetzen. Im Einzelnen sind das aus dem Jugendbereich die hochtalentierten Justin Schröter (Torhüter), Janus Münzberg (Innenverteidiger) und Dominik Beule (variabler Defensivspieler). Dazu kommen aus Meschede die externen Neuverpflichtungen von Burak Yavuz und Mahmut Yavuzazlan, beide technisch versiert, schnell und torgefährlich, dazu noch variabel auf allen Mittelfeldpositionen einsetzbar. Beide weisen zudem bereits Oberligaerfahrung bei Westfalia Rhynern auf. Letzter Neuzugang im Bunde ist Gian-Luca Greco, ein typischer 9er, der seine Torgefährlichkeit in den letzten Jahren beim SV Hilbeck unter Beweis gestellt hat, auch „Gigi“ hat bereits Oberligaerfahrung in Hamm und Ahlen sammeln dürfen. In Summe eine gute Mischung aus gestandenen Spielern im besten Fußballeralter, mit entsprechender Erfahrung, auch in höherklassigen Ligen und hoffnungsvollen Talenten aus dem eigenen Nachwuchs. Sportiv: Ist die Mannschaft stark genug, den Klassenerhalt zu realisieren oder ist sogar mehr drin? A.B.: Wir sind überzeugt davon, dass wir mit diesem Kader den Klassenerhalt erreichen können und werden. Die Zielsetzung für die neue Saison lautet, sich in der Westfalenliga zu etablieren. Das bedeutet für einen Aufsteiger zuerst einmal den Klassenerhalt zu sichern und frühzeitig nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Wenn wir in der Lage sind, uns schnell an die neue Liga, das taktische und spieltechnisch höhere Niveau zu gewöhnen, ist mit Sicherheit auch eine gute Mittelfeldplatzierung möglich. Wir bauen keine Luftschlösser, aber was mit einer homogenen Einheit und einem funktionierenden Kollektiv, ohne großes Verletzungspech möglich ist, hat die Spvg. Olpe im Vorjahr gezeigt. Aber eins müssen wir als Mannschaft nach einer Vorsaison mit 29 Spielen ohne Niederlage am Stück „wieder lernen“, es wird Rückschläge geben und die Mannschaft wird auch an ihre Grenzen gelangen, das ist Teil eines ganz normalen Entwicklungsprozesses in einer neuen, höheren Liga. Sportiv: Nach einer souveränen Saison mit der Realisierung aller Ziele, besteht bei einer Mannschaft nicht selten die Gefahr der Sättigung. Eine gewisse Bequemlichkeit wäre aber sicherlich nicht angebracht, wie können Sie als Trainer hier gegenwirken? A.B.: Ich glaube, dass aufgrund der Struktur der Mannschaft, der neuen Liga, aber auch der Kaderveränderungen erst gar kein Ansatz für eine Sättigung oder übermäßige Zufriedenheit aufkommt. Eine Sättigung oder Bequemlichkeit kommt dann auf, wenn sich langfristig keine Veränderungen ergeben bzw. wenn man sich nicht mehr in einem bestimmten Prozess befindet. Die erste Veränderung ist bereits die neue Liga, hier müssen wir uns als Mannschaft erst einmal behaupten und neu beweisen, dazu hat sich die Kaderkonstellation aufgrund der Zu- und Abgänge erheblich (ca. 30 %) verändert. Durch die neuen Optionen, ist auch der Konkurrenzkampf noch einmal deutlich gestiegen. Neben den Neuzugängen kehrt zum Beispiel Torjäger Georg Voß nach einer langen Verletzungspause wieder ins Mannschaftstraining zurück. Bequemlichkeit bedeutet in diesem Zusammenhang ein Platz auf der Bank oder im Extremfall eine Nichtberücksichtigung im Kader für das sonntägliche Spiel. Ein weiterer entscheidender Punkt sind die vielen jungen Spieler in dieser Mannschaft, diese streben nach Erfolg und sind noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung. Viele von ihnen haben sich höherklassigen Amateurfußball als Zielsetzung auf die Fahne geschrieben, glücklicherweise haben sie dieses nun mit ihrem Heimatverein erreicht und müssen dazu nicht zu höherklassigen Vereinen z.B. in das Ruhgebiet, die mit Sicherheit interessiert waren, wechseln. Sportiv: Sie selbst wurden zu Recht zum ,Trainer des Jahres‘ im HSK gewählt. Meister mit dem SC Neheim, Meister mit dem SV Hüsten 09, ist Ihr Ehrgeiz weiter ungebrochen? A.B.: Zuerst einmal, wenn der Ehrgeiz nicht mehr vorhanden wäre, hätte ich mit dem Meistertitel und der unglaublichen Serie der letzten Saison aufhören sollen und müssen. Quotenmäßig geht es kaum besser. Aber wie für die Mannschaft gilt das Gleiche auch für den Trainer und das Trainerteam. Für viele ist die Westfalenliga Neuland, eine Liga mit höheren Ansprüchen und höherem Niveau. Hier gilt es auch für den Trainer sich mit seiner Mannschaft zu behaupten und zu beweisen. Ich freue mich auf die Liga und die neue Herausforderung. Gemeinsam werden wir unsere Ziele erreichen, dafür arbeiten wir ab sofort in jeder Trainingseinheit. (FS) n Westfalenliga Westfalenliga Der SC Neheim hat es geschafft • Das Aushängeschild der Region spielt nun in der Westfalenliga • Zwei Niederlagen zum Saisonauftakt


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