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sportiv 2/2015

sportiv _ 24 Weitere Informationen unter www.praxisklinik.com sportiv-Tipps rund um Gesundheit, Fitness und Wellness – Anzeige – Bewegte Venen Mit Sport und Übungen Krampfadern vorbeugen Lieber laufen und liegen statt sitzen und stehen. So lautet die Faustformel für gesunde Beinvenen. Unser Alltag kommt dieser Empfehlung aber häufig nicht nach und ohne Bewegung fehlt den Blutbahnen eine stützende Säule. Denn: „Wechselnde An- und Entspannung der umliegenden Muskulatur wirkt wie eine Pumpe, die die Venen dabei unterstützt, das Blut entgegen der Schwerkraft in Richtung Herz zu befördern“, verdeutlicht Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover und Vorsitzender des Berufsverbands Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands. Fehlt sie, kommt es auf Dauer zu einer Überlastung der Gefäße sowie einem Blutstau. Sie weiten sich und werden so zu Krampfadern. Gezielte Übungen aktivieren die natürliche Hilfe jedoch auch während sitzender und stehender Phasen. Außerdem wirken sich spezielle Sportarten besonders positiv auf die Venen aus. Dynamisches Duo Im Sitzen helfen einfache Bewegungsabfolgen, die Venen in Schwung zu bringen. Hierfür etwa mit geradem Rücken auf die vordere Stuhlhälfte setzen und die Beine in einem 90-Grad-Winkel aufstellen. „Nun beide Beine auf die Zehenspitzen stellen und die Fußsohlen gleich wieder mit etwas Gegendruck auf den Boden setzen“, beschreibt Prof. Hillejan die Übungsabfolge. Nach zehn Wiederholungen eine kleine Pause einlegen. Auch Fußkreisen stärkt die Gefäße. Dabei mit aufrechter Sitzhaltung die Hände hinter dem Gesäß abstützen und zunächst ein Bein gerade nach vorne strecken. In möglichst großen Kreisen den angehobenen Fuß zehnmal nach links, hiernach zehnmal nach rechts drehen. Jetzt die gleiche Übung mit dem anderen Bein durchführen. Abschließend lockert ein Ausschütteln von Wade und Fuß die Muskulatur. Im Stand fördert abwechselndes Hochziehen von Fersen und Zehen den Blutfluss. Etwa zehnmal wiederholen und die Abfolge bei längeren Stehzeiten mehrmals am Tag durchführen. Eignungstest: Sport Zu den besonders venenfreundlichen Freizeitsportarten zählt Schwimmen. Dabei wirkt der Wasserdruck wie ein Kompressionsstrumpf und stützt die Blutbahnen von außen. Außerdem fördert die erfrischende Abkühlung ein Zusammenziehen der Gefäße, wodurch sie ebenfalls besser arbeiten. Aber auch Radfahren, Wandern und Spaziergänge tun den Venen gut. Wie bei den genannten Übungen aktivieren Freizeitsportler die natürliche Waden-Muskel-Pumpe und erleichtern damit den Bluttransport. Wer bereits an einer Venenschwäche leidet, meidet am besten Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko wie etwa Fußball oder Boxen. Auch Krafttraining, Tennis oder Squash gelten als ungünstig bei Vorliegen einer Venenerweiterung. Hierbei kommt es zu einem hohen Pressdruck, der das venöse Blut zurück in die Beine drückt. Staumelder für die Venen Bestimmte Symptome zeigen ein eventuell fortgeschrittenes Venenleiden auf, das sich ein Spezialist ansehen sollte. „Hierzu gehören etwa mehrmals in der Woche auftretende Schwellungen der Beine und Fußgelenke“, erklärt Prof. Hillejan. Treten kleine rote oder blaue Äderchen unter der Haut an den Beinen hervor, stellt dies ein weiteres typisches Merkmal von Bindegewebsschwäche dar. Um sicherzugehen, lassen Betroffene ihre Beschwerden am besten von einem Venenspezialisten – auch Phlebologe genannt – untersuchen. Bereits bestehende Krampfadern lassen sich heutzutage mit modernen Verfahren behandeln. Umgeleitet, verschweißt oder aufgeschäumt? Zu den aktuellsten und schonendsten Methoden zählt die endovenöse Lasertherapie. In leichter Anästhesie führt der Mediziner eine feine Laserfaser unter Ultraschallkontrolle in die Krampfader vor. „Dann beginne ich, die Faser unter Abgabe von Lichtimpulsen gleichmäßig zurückzuziehen“, erklärt Prof. Hillejan. Durch die abgegebene Wärme des Lasers zieht sich das Kollagen in den Venenwänden zusammen, wodurch sich das Gefäß sofort schließt. Eine andere gängige Methode stellt die minimalinvasive Krampfaderbehandlung mit VNUS-Closure dar. Sie ähnelt dem Ablauf der endovenösen Lasertherapie. Anstelle von Laserlicht kommt hierbei jedoch Radiofrequenzenergie zum Einsatz. Besitzen Patienten kleinere Krampfadern der nur Besenreiser – erweiterte Gefäße in den obersten Hautschichten –, eignet sich wiederum eine Schaumverödung (Sklerosierung) als Therapie. „Hierbei injiziert der Venenspezialist eine kleine Menge eines gefäßwandverklebenden Schaums in das erkrankte Gefäß und verschließt es so“, beschreibt Prof. Hillejan. Diagnostiziert der Arzt frühzeitig einen Venendefekt, kann auch die sogenannte CHIVA-Methode – ein venenerhaltendes Verfahren – zum Einsatz kommen. „Nach Messung des Blutflusses lassen sich diejenigen Abschnitte erkennen, aus denen das Blut entgegen der normalen Flussrichtung strömt und nachgeschaltete Venen erweitert“, verdeutlicht Prof. Hillejan. Mithilfe eines minimalen Schnittes gelangt der Mediziner zu den funktionsgestörten Stellen und bindet sie mit einem chirurgischen Faden ab. Hiernach wird das Blut auf den richtigen Weg gelenkt und die betroffene Vene kann sich erholen. n Paulwip / pixelio.de


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