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sportiv 2/2015

Sport von A-Z: Fußball sportiv _ 16 Denn irgendwann ist immer einmal Schluss. Das Amt des sportlichen Leiters lässt Mario Droste ab sofort ruhen, das als Ergänzungsspieler, mit nunmehr 41 Jahren, zum Ende der Saison. Natürlich kann einer wie Mario Droste nicht ohne Fußball. In der neuen Saison trainiert er den A-Kreisligisten Sportfreunde Hüingsen und folgt damit René Weißbach, der ebenfalls den TuS verlässt und zu seinem Heimatverein zurückkehrt. sportiv sprach am Rande des RWE WinterCups mit TuS-Spielertrainer Michael Erzen, der zum einen den Klassenerhalt frühzeitig unter Dach und Fach bringen will und zum anderen die Planungen für die neue Saison vorantreiben muss. sportiv Was war los mit Ihrer Mannschaft beim RWE WinterCup? Mit dem Abschneiden in der Endrunde können Sie wohl kaum zufrieden sein? Michael Erzen: Das stimmt. Unser Zweikampfverhalten war eine Katastrophe, so kannst du keine Spiele gewinnen. Es tut mir leid für unsere Fans, die zahlreich hier nach Hüsten gekommen sind und so enttäuscht wurden. Wir hatten uns wesentlich mehr vorgenommen. sportiv Kommen wir auf die Liga und Ihre Person als Spielertrainer zu sprechen. Es ist Ihre erste Station in dieser Doppelfunktion. Wie haben Sie sich eingelebt? M. E.: Anfangs war es für mich nicht so einfach. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich den Spagat zwischen Spieler Erzen und Trainer Erzen hinbekommen habe. Du darfst auf der einen Seite nicht zu nah dran sein am Team, auf der anderen Seite nicht zu weit weg. Mit meiner Erfahrung als Spieler und meiner Ruhe, die ich ausstrahle, glaube ich schon, dass ich gegenüber den Spielern als Respektperson akzeptiert werde. Ich bin keiner der den Lauten macht und da rumschreit. Ich versuche lieber sachlich und fachlich rüber zu kommen. sportiv Ist die Position des Spielertrainers durch die Doppelfunktion eine besondere Herausforderung? M. E.: Auf jeden Fall. Man steht in der Pflicht gut zu spielen und Leistung zu bringen. sportiv Ist man auch schneller angreifbar? M. E.: Na klar. Spiele ich selber schlecht, habe ich wenig Argumente. Aber wichtig ist, dass wir es verstehen, untereinander mit Kritik umzugehen. Kritik sollte immer sachlich bleiben, dann ist das alles kein Problem. sportiv: Nun stand Ihnen bis zur Winterpause mit Mario Droste der ehemalige Trainer der Mannschaft als sportlicher Leiter zur Verfügung. Jetzt lässt er das Amt ruhen, weil er Ende der Saison als Trainer zu den Sportfreunden Hüingsen geht. Hand auf’s Herz, hat der sportliche Leiter dem Trainer Michael Erzen geholfen, oder das Trainerleben eher erschwert? M. E.: Ganz klar, ich bin froh, dass ich ihn eine Halbserie an meiner Seite wusste. An der Seitenlinie war er mein verlängerter Arm, konnte von Außen Einfluss auf das Spiel nehmen, während ich gespielt habe. Er war stets loyal, denn nur zusammen können wir unser Ziel Klassenerhalt erreichen. Nun muss ich das mit der Mannschaft alleine stemmen. sportiv: Als Spieler steht er ja dem Verein bis zum Saisonende zur Verfügung, werden Sie darauf zurückgreifen? M. E.: Da wäre ich ja schön blöd, wenn nicht. Wenn einer mit 41 Jahren noch die Leistung bringt, um in der Bezirksliga zu spielen, dann sagt das alles und spricht für ihn. sportiv: Was in der Hinserie auffiel, dem TuS fehlte die Kontinuität in der Leistung? M.E.: Das stimmt. Es ging rauf und runter, Kontinuität sieht anders aus. Hat aber auch mit den zwischenzeitlichen Unruhen innerhalb der Mannschaft zu tun. Inzwischen sieht es so aus, wer nicht bereit war, für den TuS Langenholthausen hundert Prozent zu geben, hat den Verein verlassen. Jetzt haben wir zwar nur noch 15 Spieler im Kader, die gehen aber für den TuS durch’s Feuer. Nur so gelangt das TuS-Schiff wieder in ruhige Fahrwasser und das ist Grundvoraussetzung für Kontinuität und Erfolg. sportiv: Den Klassenerhalt einmal vorausgesetzt. Wie lauten die Planungen für die neue Saison? M.E.: Ganz klar, wir müssen den Kader wieder breiter aufstellen. Wir halten die Augen auf und wollen uns in fast allen Mannschaftsteilen verstärken. Aber ich sage auch, wir holen nur Spieler, die sich auch voll und ganz mit dem Verein TuS Langenholthausen identifizieren. Außerdem haben wir eine sehr gute 2. Mannschaft, aus der sicherlich auch der ein oder andere zu Höherem berufen wäre. sportiv: Mit René Weißbach verliert der TuS zum Ende der Saison seinen Top-Scorer, er geht zurück zu seinem Heimatverein Sportfreunde Hüingsen. Ein Verlust der weh tut? M.E.: Sportlich wie menschlich ist René Weißbach ein Verlust für den Verein. Ich bedauere seine Entscheidung sehr, habe sie aber zu akzeptieren und respektiere sie auch. (FS) n sportiv fragt nach: Ihre Meinung zum neuen Regelwerk für den Hallenfußball Ergebnis: Fußballer wollen Fußball spielen und kein Futsal – Grätschverbot und Nettominute ja, alles andere sollte bleiben, wie es ist Ralf Detzner (Turnierkoordinator RWE WinterCup): „Der 26. RWE WinterCup war Dank der neuen Regeln ein sehr faires Turnier mit merklich weniger Verletzungen als in den Vorjahren. Durch den herkömmlichen Spielball, die 5 Meter Tore und die Bande wurde wieder schneller und attraktiver Fußball geboten. Beim 26. RWE WinterCup 2015 wurden in 993 Spielen sagenhafte 3.462 Tore erzielt. Das sind im Durchschnitt 3,5 Tore pro Spiel. Mit kleinen Toren, ohne Bande und mit einem sprungreduzierten Ball würden diese Werte wohl nach den ersten „Futsal“ Erfahrungen unerreicht bleiben.“ Dieter Bethlehem (Turnierkoordinator Warsteiner Masters): „Über das Grätschverbot brauchen wir nicht diskutieren, das ist eine gute Sache, wenn es dann auch von den Schiedsrichtern konsequent gepfiffen wird. Mit der Nettominute zum Ende des Spiels kann ich mich weniger anfreunden. Aus Sicht des Turnierkoordinators muss ich auch immer den Zeitplan im Auge behalten, den ich nicht einhalten kann, wenn permanent die Uhr angehalten wird. Grundsätzlich sage ich: Fußball bleibt Fußball und Futsal bleibt Futsal. Ich hoffe, dass auch die Entscheider beim Verband intelligent genug sind, das zu erkennen und zu sagen, da machen wir einen Schritt rückwärts.“ Alex Bruchhage (Trainer SC Neheim): „Die neuen Regeln finde ich gut, sofern sie sich auf das Grätschverbot und die Schlussminute als Nettominute beschränken. Ansonsten sollte man alles so belassen wie es ist, denn Fußballer wollen Fußball spielen und kein Futsal. Sollten die Futsalregeln kommen, wird der SC Neheim zukünftig nur noch die Pflichtturniere, wie Stadtmeisterschaft bestreiten, aber keine weiteren Turniere darüber hinaus.“ Michael Erzen (Spielertrainer TuS Langenholthausen): „Grätschverbot ist top, aber man sollte auf jeden Fall weiter mit dem alten Ball spielen. Mit einem sprungreduzierten Ball geht das normale Spielverständnis verloren. Auch sollten die Banden beibehalten werden. Spielen wir zukünftig ohne Bande, gibt es zu viel Leerlauf, weil der Ball permanent im Aus ist.“ Heiko Hofmann (Trainer SSV Meschede): „Eine Mischung aus beidem, Fußball und Futsal, wäre vielleicht das Beste. Grätschverbot, Nettominute zum Ende des Spiels sind gut, alles andere sollte bleiben, wie es ist. Unsere Generation spielt seit Jahrzehnten mit den alten Regeln, es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern.“ (FS) n (Laura Boucsein)


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