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Sport von A-Z: Fußball sportiv _ 8 SC Neheim und SSV Meschede zurück in der Erfolgsspur Nach Fast-Abstieg zeigt die Formkurve deutlich nach oben Udo Borggrewe (SC Neheim) und Rafael Bremer (SSV Meschede) nennen die Gründe für den Formanstieg Der SC Neheim und der SSV Meschede gehören zweifelsohne, neben dem SV Hüsten 09, zu den Traditionsvereinen des Hochsauerlandes. Tradition, die über Jahrzehnte nicht zuletzt durch Erfolge geprägt wurde. Das sah in der letzten Saison ganz anders aus – beide Vereine standen am Abgrund in der Landesliga und konnten sich erst in allerletzter Sekunde retten. Noch so eine Saison soll es nicht mehr geben und es sieht tatsächlich gut aus. Aus den Abstiegskandidaten wurden Hoffnungsträger, der Erfolg hat sich wieder eingestellt. sportiv sprach mit der sportlichen Führung beider Vereine, Udo Borggrewe (SC Neheim) und Rafael Bremer (SSV Meschede). Sportiv: Noch im Mai/Juni dieses Jahres musste mehr denn je um den Landesliga-Klassenerhalt gezittert werden. Rund drei Monate später zeigt sich die Mannschaft von ihrer guten Seite und spielt wesentlich erfolgreicher. Was ist passiert in der Kürze der Zeit? Udo Borggrewe (SC Neheim): Nach Partie deutlich besser zu reagieren. Dieses spiegelt sich auch bereits in den ersten Partien wieder, wo wir auf einige bewährte Kräfte oder Neuzugänge verzichten mussten und diese trotzdem sehr erfolgreich gestalten konnten, nicht zuletzt über die Spieler, die während einer Partie noch zum Zug gekommen sind. Rafael Bremer (SSV Meschede): Wir haben nach der letzten Saison unseren Kader in der Offensive gezielt verstärkt und mit Burak und Bilal Yavuz sowie Mahmut Yavuzaslan, allein 3 Mescheder Jungs, aus der Oberligamannschaft von Westfalia Rhynern zurückgeholt. Zudem mit Patrick Kampschulte, der zuletzt für die U-19 Mannschaft von RW Essen gespielt hat, einen talentierten Innenverteidiger bekommen. Der Kader ist nun breiter aufgestellt und der Trainer hat mehr Alternativen und Möglichkeiten. sportiv: Welchen Anteil am momentanen Erfolg haben die Neuen im Team? U. B.: Die neuen Spieler haben sicher ihren Anteil an der derzeitigen Situation, womit ich nicht nur unsere externen Zugänge meine, sondern ganz sicher auch die Spieler aus der letztjährigen A-Jugend, die bestens ausgebildet und bereits jetzt voll integriert sind. Von unseren 22 Spielern kommen 14 aus dem eigenen Verein. Ein weiterer Grund ist, dass wir bewusst andere, neue Spielertypen verpflichtet haben. Nehmen wir das Beispiel unserer Offensivabteilung, wo sich im Sommer einiges verändert hat. Hier hat sich z.B. durch unsere aktuellen Offensivkräfte Tim Rademacher und Philipp Bilinski auch unser Spielsystem entscheidend verändert. Beide sind von ihrer Ausrichtung vollkommen anders als die Offensivkräfte aus dem Vorjahr. So ganz nebenbei wissen sie nicht nur, wo das Tor steht, sondern arbeiten auch noch sehr gut gegen den Ball. R. B.: Unser Spiel hat sich mit den Neuen komplett verändert. Wenn man solche Offensivqualität in den Kader bekommt, dann verändert das einfach alles. Wir haben auch letzte Saison gut gestanden und, obwohl beinahe abgestiegen, die viertbeste Abwehr gestellt, aber halt die wenigsten Tore in der gesamten Liga geschossen. Und genau dieses Problem hoffen wir mit den Neuzugängen zu schließen. Aber auch die Breite eines Kaders ist entscheidend. Durch die gestiegene Qualität werden alle anderen auch besser. Es ist mehr Dampf im Training und niemand kann sich sicher zu sein ob er spielt. sportiv: Der Trainer ist gebelieben – in guten wie in schlechten Zeiten. Zahlt sich die Treue zum alten/ neuen Übungsleiter heute aus? U. B.: Das kann man so stehen lassen. Wir haben im Vorstand in der letzten Saison die Ruhe bewahrt ,als es mehr als schlecht lief und verfallen jetzt nicht in Hysterie, weil die Mannschaft einen guten Saisonstart hingelegt hat. Alex Bruchhage macht das ganze schon richtig gut und wird seinen Weg gehen. R.B.: Es ist immer schön, wenn man an jemanden festhält und wird dafür auch belohnt. Wir sind mit unserem Trainerteam Hofmann/Hötte sehr zufrieden. Die vielen Abgänge vor der letzten Saison mit den u.a. Yavuz-Brüdern oder Niko Sperling konnten wir als Verein nicht auffangen. Dafür den neuen Trainer zu bestrafen und verantwortlich zu machen, haben wir für falsch gehalten. Jetzt kann Heiko Hofmann in einem neuen Team mit mehr Qualität arbeiten und seine Ideen einbringen. sportiv: Was können wir in dieser Saison noch erwarten? U. B.: Ich denke, wenn es am Ende zu einem Platz unter den ersten Fünf reicht, haben wir eine mehr als gute Saison gespielt. Wichtig ist, dass wir gerade in den Heimspielen selbstbewusst auftreten und unsere Zuschauer begeistern. R.B.: Wir wollen und hoffen natürlich auch, dass die gesteigerte Qualität sich auch in der Tabelle widerspiegelt. Udo Borggrewe (SC Neheim): „Alex Bruchhage macht das richtig gut“ Mit dem Kader muss ein Platz unter den ersten Sechs das Ziel sein. Für ganz oben sehe ich uns noch nicht breit genug aufgestellt. Da wird meiner Meinung nach die Truppe aus Olpe und vielleicht noch eine andere Mannschaft das Rennen machen. Danach sehe ich vier, fünf Mannschaften auf Augenhöhe und hoffe das wir da auch bei sind. sportiv: Ulli Wünnenberg (SuS Langscheid/ Enkhausen) hat in der letzten Ausgabe von sportiv in einem Interview geäußert (Zitat), „Westfalenliga – das kriegen die anderen Vereine im HSK ja nicht hin...“ oder vielleicht doch? U. B.: Es ist sicherlich richtig, dass alle anderen Mannschaften, auch wir, von der Westfalenliga einiges entfernt sind. Der Ulli sollte jedoch nicht vergessen, wo sein Verein spielte, als der SC Neheim erstmalig in der damaligen Verbandsliga spielte und dass ihm dieser aktuelle Erfolg bestimmt nicht durch seine eigene hervorragende Jugendarbeit gelungen ist. R.B.: Man muss das, was Langscheid/Enkhausen in den letzten Jahren geleistet hat, ganz klar anerkennen. Aber auch Ulli Wünnenberg ist so lange im Geschäft, dass er wissen müsste, dass der SSV Meschede seit dem Aufstieg in die Landesliga in der Saison 1982/1983 mindestens Landesliga spielt. Viele Jahre dazwischen sogar in der Verbandsliga. Das sind weit über 30 Jahre. Ich glaube, das ist im Sauerland einzigartig und darauf sind wir auch sehr stolz. Aber Demut und Anerkennung über die anderen Vereine und deren Arbeit, und das ist ligaübergreifend, sollte man nie verlieren oder ablegen. Das haben wir gerade letzte Saison wieder gelernt. (FS) n der Zittersaison mussten wir reagieren und haben den Kader in der Breite besser aufgestellt. Bedeutet, dass neben einem hohen Konkurrenzdruck um die Startplätze, auch die Alternativen am Spieltag deutlich gestiegen sind. Hier sind wir in der Lage nicht nur im Vorfeld, sondern auch während einer Rafael Bremer (SSV Meschede): „Heiko Hofmann hat jetzt viel mehr Qualität zur Verfügung“ (2: Privat)


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