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sportiv 3/2014

sportiv _ 7 Sport von A-Z: Fußball Ulli Wünnenberg: Westfalenliga? Das kriegen die anderen Vereine im HSK ja nicht hin ... (Privat) zygiel trat ein schweres Erbe an, das war allgemein bekannt, hinzu kamen Verletzungsprobleme. Für die kommende Saison hat der Verein einen strikten Sparkurs angekündigt, der Etat wurde gekürzt. Erschwerte Bedingungen für alle Beteiligten. Helfen könnten junge, erfolgshungrige Spieler, die nicht in erster Linie des Geldes wegen beim SuS Fußball spielen, sondern Werte wie Kameradschaft und Leistungsbereitschaft zu schätzen wissen. SuS-Vorstand Ulli Wünnenberg stellt sich auch in schweren Zeiten den Fragen von sportiv: sportiv: Die 1. Mannschaft hat in der Westfalenliga die Saison auf dem 13. Platz beendet. Das ist die schlechteste Platzierung vor den direkten Abstiegsplätzen. Mit fünf Niederlagen in Folge hat der SuS die Saison beendet. Damit hat die Mannschaft wenig Eigenwerbung für die nächste Westfalenliga-Saison betrieben und die Verantwortlichen können kaum zufrieden sein, oder? U. W.: Alles soweit richtig. Es war mehr drin. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Totalausfälle von Jonas Schmidt, Robin Hoffmann und auch Tom Jenke in der Rückrunde nicht von der Mannschaft kompensiert werden konnten. Das Primärziel Klassenerhalt wurde zwar erreicht; gerade das letzte Saisonviertel hat doch einige Wünsche offen gelassen. Allerdings fangen mit der Vorbereitung zur nächsten Spielzeit mindestens wieder hundert neue Fußballjahre an. Denken wir einfach im positiven Sinne. Neues Spiel- Neues Glück. sportiv: Nun ist es ein offenes Geheimnis, dass beim SuS noch während der Saison laut darüber nachgedacht wurde, aus Kostengründen den freiwilligen Rückzug aus der Westfalenliga anzutreten. Wie konkret waren diese Überlegungen und was hat die Verantwortlichen letztendlich zum Weitermachen bewegt? U. W.: Wir wollten eigentlich gar nicht so „laut“ nachgedacht haben. Aber es stimmt; diese Option wurde diskutiert. Der Pegel ging zwischendurch in diese Richtung schlug aber auch schnell wieder um. Es ging hin und her. Letzten Endes hat der Vorstand sich aber für die sportliche Variante entschieden, was bedeutete: Bei Abstieg Landesliga und bei Klassenerhalt Westfalenliga. Der freiwillige Rückzug erschien uns als der nicht richtige. sportiv: Mal Hand auf‘s Herz, wäre die Landesliga mit den zahlreichen Derbys nicht für alle Beteiligten weitaus interessanter gewesen? U. W.: Ich bin der Meinung, dass es eigentlich nur ein richtiges Derby in unserer Region gibt. Natürlich aus alter Tradition die Partie Hüsten gegen Neheim. ….und dann gegebenenfalls noch die Begegnung Sundern gegen Langscheid (Stadtderby). Nur,… viel schöner wäre da ein Meisterschaftsspiel mit Lokalkolorit in der Westfalenliga. Aber das kriegen die anderen Sauerländer Fußballclubs ja nicht gebacken. …und so ziehen wir wieder, bereits zum 8. Mal, alleine in dieser Liga gegen den Ruhrpott und Umgebung. sportiv: Jetzt ist die Reserve des SuS auch noch in die Bezirksliga aufgestiegen, herzlichen Glückwunsch! Aber kommen durch den Aufstieg nicht noch einmal Mehrkosten in der nächsten Saison auf den Verein zu? U. W.: Zuerst mal „bedankt“. Die Fahrten zu den Auswärtsspielen sind weiter. Die Mannschaft bekommt eine leistungsbezogene Punkteprämie. Höhere Verbandsabgaben und steigende Schiedsrichterkosten kommen ebenfalls hinzu. Dieses sind Mehrkosten, die nicht wegzudiskutieren sind, die der Verein stemmen muss. Die Sache muss es jedoch wert sein, denn die 2.Mannschaft hat eine überragende Saison gespielt, und da sind wir alle ein bisschen stolz darauf. Sportiv: Während in der Zweiten fast ausschließlich heimische Spieler aktiv sind, besteht die Erste fast nur aus Auswärtigen - erschwert das die Arbeit aller zusätzlich? U. W.: Dieses war ja nicht immer so. Im Laufe der letzten Jahre überwog allerdings der Anteil der auswärtigen Spieler immer mehr. Ein natürlicher Prozess, denn bei unserer guten und gesunden (Sorpe)-Seeluft gedeihen die Fußballer und Talente auch nicht besser als anderswo. Nun zur Frage: - Das Verhältnis und die Kommunikation zwischen unseren Seniorenteams war in der abgelaufenen Spielzeit ausgesprochen gut. Dazu beigetragen haben natürlich auch die jeweils verantwortlichen Trainer und auch Mannschaftsbetreuer. Man sollte nicht unterscheiden, ob die Spieler aus dem Ort oder von auswärts kommen. Entscheidend ist ihr Charakter und wie sie zum Verein stehen. sportiv: Torjäger Jonas Schmidt wechselt wohl in erster Linie aus finanziellen Aspekten zum SC Neheim, sportliche Gründe können es kaum sein. Haben Sie dafür Verständnis? U. W.: Ob ich dafür Verständnis habe, ist eigentlich nicht von Bedeutung. Nur wenn ein Spieler im besten Fußballeralter bereit ist, ggf. auch zwei Ligen tiefer zu spielen, dann kann eigentlich nur die in der Frage vermutete Begründung herhalten. Jonas hat unser Angebot nicht genügt und der SC Neheim zahlt das Verlangte. So ist das nun mal. „Doch Lebbe geht weiter“. sportiv: Heißt das mit anderen Worten: Zum SuS kommen nur noch preiswerte Spieler, die die Ansprüche Westfalenliga kaum erfüllen und damit die Arbeit von Trainer Marco Szczygiel zukünftig nicht einfacher machen wird? U. W.: Jetzt mal ehrlich. Wir präsentieren sportlich die besten Voraussetzungen. Bieten die Westfalenliga an und haben wahrscheinlich auch den besten Kunstrasenplatz in der Umgebung. Finanziell scheinen einige Vereine jedoch uns den Rang ablaufen zu wollen. Das ist absolut legitim und erfreut besonders die finanzorientierten Fußballspieler. An dieser Stelle möchte ich aber ein Kompliment an alle Spieler richten (auch Trainer), die bereit sind unter reduzierten Bezügen im SuS weiterzumachen. Die sportliche Komponente scheint doch noch wichtig zu sein. Der Weg des „Abspeckens“ ist gewollt und unterliegt den Marktverhältnissen. sportiv: Nun könnte man abschließend fragen: Die Arbeit beim SuS hat Ulli Wünnenberg in der Vergangenheit schon mal mehr Spaß gemacht?! Was lässt ihn trotzdem optimistisch in die Zukunft schauen? U. W.: Also,… so schlimm war das Jahr nun wiederum auch nicht. Verbleib der 1. Mannschaft in der Westfalenliga, Bezirksligaaufstieg der Reservemannschaft, B-Liga Aufstieg der 3. Mannschaft und möglicherweise Aufstieg der A-Jugend in die Bezirksliga. Dazu Gewinn des größten Hallenturnieres, des RWE-WinterCups und der Gewinn des Kreispokals und bedingt durch alle diese „Misserfolge“ auch ein neuer Vereinsrekord im Umsatz von Bier und Würstchen. Wir hatten schon schlechtere Jahre und Zeiten. (FS) n www.sportiv-magazin.de


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