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sportiv 3/2014

Arno Deimel (Trainer des FC Nuhnetal): Manuel ist ein Super-Typ und ein Top-Torjäger, clever und abgezockt vor dem gegnerischen Tor. Ich traue ihm durchaus zu, dass er sich in der Oberliga, beim FC Ederbergland, durchsetzt. Und wenn nicht, auch nicht so tragisch, dann kommt er eben zum FC Nuhnetal zurück. suche ich dem Torwart den längsten Weg zum Ball sportiv _ 5 Sport von A-Z: Fußball Torjäger Manuel Todt (FC Nuhnetal) und der Wechsel zum Oberligisten FC Ederbergland „Ich versuche vor dem Tor nicht zu überlegen, der erste Gedanke ist meist der beste“ Der FC Nuhnetal hat die Saison in der Bezirksliga 4 auf einem hervorragenden 5. Tabellenplatz beendet. Ausschlaggebend dafür war die Rekord-Rückserie, mit zuletzt neun Siegen in Folge. Großen Anteil am Erfolg hatte, wie in den letzten Jahren auch, Torjäger Manuel Todt. Jetzt folgt er der sportlichen Herausforderung und wechselt zum hessischen Oberligisten FC Ederbergland. sportiv: Mit der neuen Saison beginnt eine neue Etappe Ihrer fußballerischen Laufbahn. Mit welchen Erwartungen wechseln Sie zum hessischen Oberligisten FC Ederbergland? Manuel Todt: Ich erwarte dass das Training intensiver, dass Tempo höher und die Gegenspieler taktisch besser geschult sind. Zudem wird der Konkurrenzkampf bei 22 Topspielern sicher brutal werden. sportiv: Wie ist der Kontakt zum FCE entstanden? M. T.: Vor 2 Jahren war Ederbergland bereits schon mal an mir interessiert, damals spielten sie noch in der Verbandsliga. Damals war der höhere zeitliche Aufwand für mich aber nicht zu bewältigen. Der Kontakt entstand durch Wolfgang Werth, ein Lieser, der selber dort Oberliga gespielt hat und bereits zwei Mal FCE-Trainer war. sportiv: Mussten Sie lange überlegen und was hat letztendlich den Ausschlag gegeben? M. T.: Ich hatte mir eine Woche Bedenkzeit erbeten, mir war aber auch klar, dass ich so eine Chance wahrscheinlich nicht noch mal bekommen werde. Dann habe ich einmal unverbindlich mittrainiert und von dem Moment war ich mir sicher, dass ich dort noch mal einen Schritt nach vorn machen kann. sportiv: Ederbergland ist eine andere Hausnummer als Nuhnetal, was macht Sie dennoch optimistisch, den Sprung zu schaffen? M. T.: Bei Nuhnetal war ich vom ersten Moment an Stammspieler und letzte Saison durfte ich sogar Kapitän dieser tollen Truppe sein. Bei Ederbergland werde ich mich hinten anstellen müssen, was aber völlig in Ordnung ist. Ich muss einfach versuchen dem Trainer zu zeigen das ich ein torgefährlicher Spieler bin. Alles andere wird man mit der Zeit sehen. sportiv: Die Fußball-Woche des Manuel Todt dürfte zukünftig anders aussehen, oder? M. T.: In der Vorbereitung wird sechs Mal trainiert, in der regulären Saison dann drei bis vier Mal, bei Nuhnetal waren es zwei Trainingseinheiten pro Woche. sportiv: Wie wichtig ist ein intaktes Umfeld, um sportliche Höchstleistung zu bringen? Was erwarten Sie diesbezüglich von Ihrem neuen Verein? M. T.: Ein intaktes Umfeld ist wichtig um gute Leistungen auch als Team zu bringen. Das ist bei Ederbergland gegeben, da der Verein trotz der professionellen Führung sehr familiär gehalten ist. Jeder kennt jeden, alles etwas kleiner als bei anderen Clubs in der Liga. sportiv: Acht Jahre FC Nuhnetal gehören mit der neuen Saison der Vergangenheit an, was bleibt hängen? M. T.: Höhepunkt war natürlich der Aufstieg 2009 in die Bezirksliga. Dort waren wir dann Abstiegskandidat Nummer 1 bei allen Experten und haben dann die Saison als 8. abgeschlossen ohne auch nur einmal auf einem Abstiegsplatz gestanden zu haben. Persönlich für mich waren natürlich die zwei Torjägerkanonen in der Bezirksliga und die zweimalige Wahl zum HSK-Fußballer der Saison absolut unvergessliche Highlights. sportiv: 32 Saisontore, 36 Saisontore, das sind Top-Werte für einen Torjäger. Wie erklären Sie sich diese Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor? M. T.: Ich versuche vor dem Tor nicht zu überlegen, der erste Gedanke ist meist der beste. Zudem versuche Manuel Todt (FC Nuhnetal): Ein Torjäger mit eingebauter Torgarantie (Privat) zu geben sprich nicht blind draufhauen, sondern überlegt in die Ecken schieben. sportiv: Ist dieser Torinstinkt angeboren oder das Ergebnis harter Trainingsarbeit? M. T.: Ich denke einen Torinstinkt kann man sich nur bedingt antrainieren. Entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Manchmal muss man auch einfach mal spekulieren und unnütze Wege machen. Aber irgendwann wird man belohnt Bällen auf Verdacht nachzugehen. sportiv: Können Sie sich noch an Ihr erstes Fußballspiel um Punkte erinnern? War damals schon abzusehen, dass das mit dem Tore schießen irgendwann mal so klappen würde? M. T.: In meinem ersten Spiel in der F- Jugend habe ich direkt 3 Tore geschossen und wir haben 11:0 gegen Oberschledorn gewonnen. Ab dem Moment habe ich immer Stürmer gespielt. sportiv: Die Bezirksliga 4 verliert mit Ihnen eine echte Persönlichkeit, werden Sie die Liga auch vermissen? M. T.: Und ob. Allein schon deshalb, weil die Liga den Zusatz ‚Bundesliga des Sauerlandes’ absolut zurecht trägt. Tolle Plätze, starke Teams, jede Mannschaft verfügt über Ausnahmekicker. Andererseits freue ich mich auch darauf, mal völlig andere Sportanlagen und Spieler kennen zu lernen. sportiv: Sie wohnen in Liesen, dem einen Teil des FC Nuhnetal. Das heißt, Ihr alter Verein ist nicht aus der Welt. Eine Rückkehr ausgeschlossen? M. T.: Ich möchte auf jeden Fall noch einmal für Nuhnetal spielen, also eine Rückkehr habe ich definitiv eingeplant. Wann, das wird man sehen. sportiv: Und abschließend: Wenn Sie sich einmal mit den Top-Stürmern Deutschlands vergleichen sollten, dann ist Manuel Todt eine Mischung aus? M. T.: Mit jemandem vergleichen ist immer schwierig. Ich sehe gerne alte Szenen von Gerd Müller weil er in meinen Augen der perfekte Torjäger war, der aus allen Lagen Tore erzielen konnte. Als Jugendlicher habe ich Thierry Henry, damals bei Arsenal, immer bewundert, weil er trotz seiner Größe von fast 1,90m ein unglaublich eleganter Torjäger war. (FS) n


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