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sportiv 3/2014

Sport von A-Z: Handball sportiv _ 16 TV Arnsberg und Armin Saracevic gehen zukünftig getrennte Wege: Der Bosnische Bär beißt nicht mehr 21 Jahre TVA gehören der Vergangenheit an Einfach so von der Bildfläche verschwinden, das hat Armin Saracevic einfach nicht verdient. Egal was vorgefallen ist, ein bitterer Beigeschmack bleibt. Im Februar noch hatte der Handball-Landesligist TV Arnsberg den Vertrag mit dem ehemaligen Spieler und Trainer der Reserve um eine Spielzeit verlängert, im Mai dann wurde dem 47-jährigen die Trennung zum Saisonende mitgeteilt. Von Vereinseite wollte man sich nicht groß in der Öffentlichkeit äußern, laut Handball-Abteilungsleiter Olaf Hübner habe es zuletzt so wörtlich „sportliche Differenzen“ gegeben. Für den gebürtigen Bosnier, der in seinem Heimatland in der 2. Liga gespielt hat, ein Schlag ins Gesicht. „Ich kapiere das nicht, zwischen Februar und Mai hat sich nichts geändert, außer dass es draußen wärmer geworden ist,“ kommentiert der ehemalige Spieler der 1. Mannschaft die Trennung schon wieder mit einem lockeren Spruch. Typisch Armin Saracevic. Auf dem Spielfeld schonte er weder sich noch seine Gegenspieler, doch nach dem Spiel war alles vergessen, dann zeigte der positiv Handballverrückte die gute Seite des Armin Saracevic. Eine ehrliche Haut, einer, der sagt, was er denkt. „Dass du mit dieser Art nicht nur Freunde hast, ist auch klar“, kommt Armin Saracevic während des Interviews ins Grübeln. „Natürlich war ich manches Mal dadurch auch unbequem, damit kam nicht jeder im Verein klar.“ Seine Mannschaft schon. Die Spieler der 2. Mannschaft, mit denen er in die Kreisliga aufgestiegen war, dankten es ihm vor und nach dem letzten Saisonspiel gegen Schwelm und auch von der Tribüne der Arnsberger Rundturnhalle wurde der Coach der Reserve mit Standing Ovations verabschiedet. Armin Saracevic hatte Tränen in den Augen, war emotional gerührt. Ein bisschen ist Armin Saracevic auch an seinen eigenen Erwartungen gescheitert. Der ehemalige Kreisläufer ist keiner für die Zweite. „Ich möchte als Trainer meine eigenen Vorstellungen umsetzen. Wenn das nicht gewünscht ist, bin ich nicht der Richtige.“ nen Land nach Arnsberg. Hier setzte er das fort, was er in Bosnien gelernt hatte, erfolgreich Handball spielen. Schnell wurde er zum Shooting Star des Landesligateams, immer hart an der Grenze des Erlaubten, manchmal mancher auch darüber, aber immer das Vereinswohl vor Augen. 21 Jahre beim TV Arnsberg, in denen er fast alle Funktionen inne hatte. Vom Spieler der 1. Mannschaft, bis zum Trainer der Reserve, dazwischen war er auch Coach der Damen-Mannschaft in der Verbandsliga sowie der A-Junioren und führte den Nachwuchs aus der Und saß er gerade nicht auf der Trainerbank, verkaufte er während der Heimspiele des TVA wie selbstverständlich die Getränke. Der TV Arnsberg bleibt sein Verein, auch nach der Trennung. „Ich bin 21 Jahre Mitglied und das werde ich auch bleiben. Der TV Arnsberg ist mir eine Herzensangelegenheit.“ Und wer weiß, vielleicht wird es schon schneller wieder den Trainer Armin Saracevic geben, als manch einer glaubt. (FS) n Regierungsstadt bis in die Oberliga. Armin Saracevic: Ein TVA-Urgestein Armin Saracevic lebt Handball, auf hohem Niveau, als Reservetrainer ist er verschenkt. Stundenlang könnte er über Mann- oder die 3-2-1-Deckung referieren und dabei aus eigener Erfahrung sprechen. „Ich mache den Jungs heute noch einen Fallwurf oder einen Sprungwurf vor, damit sie auch sehen, wovon wir sprechen. Handball sind Emotionen, wer anderer Meinung ist, hat keine Ahnung.“ 21 Jahre ist es her, da kam der Bosnier nach den Kriegswirren im eige- verabschiedet sich von seinen Fans Armin Saracevic: Ein Trainer mit großen Emotionen (2: Privat)


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